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Abgeschickt von jeske,gerhard am 13 Maerz, 2009 um 17:19:12


Hamburg,den 22.03.09


Der Danziger Daniel Gottlieb Messerschmidt aus dem Königreich Polen 1719
entdeckt Chakassien und erforschtSibirien
von gerhard Jeske @

Wir wissen vieles über den Danziger Forscher Gustav Radde . Ab 1855 erforschte er Teile Sibiriens und von 1863 wirkte er im Kaukasus. In Tiflis gründete er das Kaukasische Museum. Der Danziger Hauskalender 1984 berichtete darüber.
Wenige kennen aber den berühmten Danziger Forscher Daniel Gottlieb Messerschmidt.Lange vor Radde trieb es ihn in den Fernen Osten. Zar Peter der Großen ernannte 1719 den Danziger Geographen, Arzt und Naturforscher zum Leiter der ersten russischen Sibirien - Expediton. Sibirien war zu der Zeit für Europäer ein unerschlossenes, geheimnisvolles Land. Nur die mutigsten Männer, Pelztierjäger oder Goldsucher wagten sich in den riesigen Kühlschrank unseres Kontinentes. Die Abenteurer der Wissenschaft benötigten mit ihren Gespannen drei Monate, bis sie über die Schnee-Ebenen die sibirische Hauptstadt Tobolsk erreichten. Von nun an sollte die Expedition acht Jahre lang eine unbekannte Landschaft und einmalige Kulturdenkmäler entdecken. Ihr Ziel war "Chakassien" Dieses Land gehörte im 2. Jahrtausend v.u.Z. zur bedeutesten Kultur in Asien. Es liegt nördlich des Altai-Gebirges. Das Chakassische Reich wurde im 13. Jahrhundert von den Mongolen unter Dschingis-Khan erobert und verwüstet. Tausende Bewohner wurden verschleppt. Erst 1380, mit dem Fall der Tatarenherschaft in Rußland, ging auch hier die Knechtschaft zu Ende.Messerschmidt führte ein Tagebuch. Dadurch sind wir bis heute informiert über alle Reisen in Chakassien über die Bewohner, ihre Sitten, über die vielen archäologischen Funde und Kunstwerke.
Wir lesen einen Ausschnitt aus seinem Tagbuch, über den Ritt zum Zarental: " Nach einer Rast brachen wir in Begleitung zweier Burschen auf, die sich rittlings auf die feurigen Rennpferde gesetzt hatten, um uns die alten Denkmäler anzuschauen, von denen uns einheimische Greise erzählt hatten. Einer unserer Begleiter, ein Chakasse, erhob sich in den Sattel und deutete auf einen einsamen Findling in der Steppe. Wir durchwateten einen kleinen Fluß und erblickten einen sebelförmigen Obelisken aus Sandstein. In diese Grabsäule waren rätzelhafte Zeichen gemeißelt. Es handelt sich regelrecht um ein steinernes Buch. Allein um eines solchen Fundes willen lohnt es sich schon, etliche tausend Werst zurückzulegen und viele Entbehrungen zu erdulden."
Messerschmidt fand riesige Grabmonomente aus Stein. Lange davor hattent ausende Freiwillige im Gebirge gearbeitet, um die Steinblöcke für das Grab des Herrschers abzuschlagen. Hunderte Bullen zogen die Felsblöcke auf Schlitten ins Tal . Messerschmidt fand heraus, dass dem Herrscher drei Ehefrauen, vier Mägde und zwei bewaffnete Krieger in die Gruft folgten, diese sollten Ihrem Herrscher auch im Jenseits dienen. Ebenso untersuchte er die sogenannten Steinweiber, die sind zwei Jahrtausend älter, als die weltbekannten Figuren auf der Osterinsel. Insgesamt gibt es in Chakassien an die 30 000 Denkmäler dieser Art. Viele von ihnen hat der Danziger Forscher erstmalig beschrieben. Im Jahr 1727 kehrte die Expedition zurück. Daniel Gottlieb Messerschmidt übergab der Russischen Akademie der Wissenschaften 23 Bände mit seinen Aufzeichnungen und Grafiken. Für Sibirienhistoriker sind diese Bände mit ihren Informationen ein wichtiges Nachschlagwerk geblieben.
Danzig hatte er nie wieder besucht. Die Weite Russlands und Sibiriens war sein Lebensraum geworden.





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