Wilhelm Gustloff, ersoffen in Propaganda- Wellen


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Abgeschickt von Gerhard jeske am 03 Mai, 2009 um 22:26:25

Gerhard Jeske - Dokumentar-Fotograf

Der Untergang der Wilhelm Gustloff
eine unerledigte Akte-
Die Versenkung der Wilhelm Gustloff wurde nach 1945 in der BRD ausgiebig behandelt, wobei eine propagandistische Tendenz gegen die "unmenschliche" sowjetische Marine vorherrschte.
Dabei war das Risiko versenkt zu werden für jedes Schiff gleich. So konnte eine See-Mine ein Schiff zerreißen. Das wäre eine anonyme Form der Versenkung gewesen. Eine Mine erkennt nicht, ob es ein deutsches, schwedisches oder sowjetisches Schiff ist, ein Kriegsschiff oder Rotes Kreuz-Lazarett. Welches Schiff auch immer, es wird beschädigt oder versenkt, Bleibt noch zu berichten, dass, das Institutes für Seerecht in Kiel feststellte, dass an Bord hunderte U-Boot Spezialisten mitfuhren und an Deck Flak Geschütze montiert waren, diese Fakten machten die Gustloff zum Kriegsschiff.(Miller/Payne -Heyne Buch.)
2. Ein Angriff von Flugzeugen war jederzeit zu erwarten
3. Die Versenkung durch sowjetische U-Boote möglich.
4. Ein falsche Beobachtung auf der Brücke eines deutschen Kriegsschiffes konnte ein Flüchtlingsschiff in den Untergang schießen.
So wurde die " Neuwerk " mit 900 Flüchtlingen an Bord von deutschen Schnellbooten versenkt. Nur drei Menschen überlebten diese Katastrophe. Der Kapitän hatte den Dampfer für ein russisches Schiff gehalten.
Damit die volle Wahrheit nicht ans Licht kam, dafür sorgte nicht nur die Marine, sondern auch die Presse.
Das gilt auch für die Versenkung der Wilhelm Gustloff.
So ist es nicht verwunderlich, dass der Funker der Wilhelm Gustloff, Rudi Lange, seinen Bericht nach dem Kriege nur auszugsweise, also entschärft, veröffentlichen konnte und selbst, nachdem der Bericht in zwei Folgen in der Zeitung "Unser Danzig "veröffentlicht wurde, fand er in der BRD keine Verbreitung. Es ist erstaunlich, dass dieser wichtige Zeuge des Unterganges beständig verschwiegen wird. Liegt es daran, dass er einige Fakten kannte, die zum Beispiel die deutsche Marine schwer belasteten?
Der Funker Rudi Lange hat mit einem transportablen Funkgerät an Bord ausgehalten und Hilfe herbeigefunkt, bis ihm ein Brecher die Ohrhörer vom Kopf riss.
Rudi Lange berichtete, dass die sowjetische Seite, gegen alle Regeln der Kriegsführung, der deutschen Marineleitung wissen ließ, dass sie über den Termin der Abfahrt der Wilhelm Gustloff informiert war.
Zitat des Funkers: " 29. Januar 1945 - Radio Moskau meldet, dass die Wilhelm Gustloff am 30.1.45 um 10 Uhr aus Gotenhafen auslaufen werde. Dieser Zeitpunkt war dem Funker selbst unbekannt.
Zitat des Funkers: 30. Januar 1945 -
Radio Moskau hat recht, heute kommt per Funk durch, dass die > Wilhelm Gustloff< um 10 Uhr ablegen soll.
Vorne auf dem Oberdeck ist ein Fundament aufgebaut und darauf eine 2 cm Flakstellung gegen eventuelle Luftangriffe. Die Rettungsboote sitzen fest verschnürt im Bootsdavit. Warum hat man sie nicht klar gemacht. für den Notfall und zum sofortigen Absetzen? Will man keine Angststimmung aufkommen lassen? Auf jeden fall werden die Rettungsboote nicht ausgeschwenkt.
7.00 Uhr, Durch Funk wird durchgegeben: "Um zwei Uhr ablegen und auf Reede gehen. Von dort sollen wir uns im Geleit sammeln und zum Bestimmungsort fahren, der noch nicht bekannt ist und geheim bleibt. "
Nach dieser Aussage des Funkers hat also die deutsche Marineführung auf die Radio-Durchsage aus Moskau reagiert.
Aber wie ein Luftballon zerplatzt dem Funker Rudi Lange die Hoffnung in einem gesicherten Geleit zu fahren, als der Befehl wieder aufgehoben wird.
Zitat vom Funker: (Neuer Funkspruch) Wilhelm Gustloff nicht 11 Uhr, sondern 10 Uhr ablegen und auslaufen. Nicht auf Geleit warten. Sofort Weiterfahrt auf bekannter Seestraße Richtung Westen. Alle Meldungen, die ich aufnehme sind streng geheim. Auch nicht über die geringste Kleinigkeit darf ich mit meinen Kameraden und Bekannten sprechen, es würde meinen Kopf kosten.
Außer Rudi Lange war nur der Kapitän über diesen schrecklichen Hintergrund des Auslaufens der Gustloff informiert. Der verantwortliche an Bord war der Korvettenkapitän Zahn. Der zivile Kapitän fuhr passiv mit, er hatte nichts zu sagen.
Zitat vom Funker: "Da ein erschütternder Funkspruch.
" Sieben russische U-Boote in unserer Nähe! "
Ich werde auf besonders strenge Geheimhaltung ausdrücklich hingewiesen.
Von einem Rudel sowjetischer U-Boote eingekreist dampfte die Wilhelm Gustloff mit mäßiger Fahrt auf bekanntem Seeweg nach Westen. Auf der Höhe von Stolpmünde wurde die Gustloff um 21,40 Uhr vom sowjetischen U -Boot S 13 torpediert. Das Drama war perfekt. Eine schlecht ausgebildete Mannschaft von Kroaten war völlig fehl am Platz.
Die Rettungsboote fest verzurrt und obendrein noch festgefroren. Da die Wilhelm Gustloff innerhalb einer Stunde sank, hätten bei schnellem Einsatz aller Rettungsboote weitere hunderte Menschen gerettet werden können, so blieb ihnen nur der Sprung ins eisige Wasser übrig. Bleibt zu fragen, warum die Marineführung keinen Versuch gemacht hatte, das Schiff aus der Gefahrenzone zu bringen.
Nach 1945 wurde die Torpedierung der Wilhelm Gustloff für eine antisowjetische Propaganda
ausgenutzt. Die Opfer wurden für eine feindselige Politik missbraucht. Coventry, Rotterdam, Leningrad Dresden und zum Höhepunkt des Krieges gegen die Zivilbevölkerung, Hiroshima und Nagasaki, werden so in den Hintergrund verbannt. Jeder kommende Krieg wird eine noch schrecklichere Vernichtung der Bevölkerung zur Folge haben.
Hier ein paar Fakten: Zitat aus -Mare Balticum 1985: " Haupthindernis für die Fahrten ist die englische Luftminenoffensive bis vor die pommersche Küste. f.f...
Von Januar bis Ende März, also für den Zeitraum von drei Monaten liegen folgende Zahlen vor.
Englische Bomber warfen in 720 Einsetzen 3220 Minen in die mittlere Ostsee ab.
Davon wurden 67 Schiffe versenkt und 32 beschädigt(davon berichtete die Presse kaum.)
So bürokratisch werden die Schiffsverluste angegeben. Die Anzahl der Opfer wird nicht erwähnt.
Während der Transporte müssen an die dreihunderttausend Menschen, hauptsachlich Frauen und Kinder zerfetzt erstickt und ertrunken sein. Einschließlich der Unzähligen, welche an der Küste zusammengeschossen worden sind.
Die Verschiffung ostdeutscher Zivilisten war keine Rettungsaktion, es war die Durchführung des Hitler-Befehls " Verbrannte Erde. " Danach sollte dem Feind nur entvölkertes und zerstörtes Land in die Hände fallen und die Überführung der Menschen, besonders der Jugendlichen nach dem Westen, sollte Kriegspotential für die Weiterführung des Krieges werden. Der Großadmiral Dönitz war als überzeugter Nationalsozialist der Vollstrecker dieses Planes. Mit seiner Kriegsmarine hatte er den Krieg mit der Seeherrschaft in der Ostsee mindesten um ein halbes Jahr verlängert, Ungefähr eine Million Deutsche und Ausländer erlitten dadurch einen sinnlosen Tod. Von einer Rettungstat über die Ostsee können nur Zyniker sprechen.




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