Kollektives Gedächtnis

Schüler und Senioren dokumentieren
erlebte Zeitgeschichte im Internet

Dienstag, 10.00 Uhr: Ein wichtiger Termin im BegegnungsCentrum „Haus im Park“ in Bergedorf. Redaktionssitzung im Seminarraum 2 bei Kaffee, Tee und Keksen. 10 Schüler und 10 Senioren sind im Gespräch. Damit alle Teilnehmer auch gleichzeitig sehen können, woran gerade gearbeitet wird, hat das Leitungsteam, bestehend aus vier Schülern, Laptop und Beamer aufgebaut und projiziert die entsprechenden Themen, Texte und Bilder an die Wand. Die neuen Texte für das „Kollektive Gedächtnis“ sind von den Schülern vorbereitet und müssen nun redigiert werden. Besondere Themen oder strittige Aussagen in den Berichten führen zu lebhaften Diskussionen. Kleine Arbeitsgruppen verabreden dann Termine, um die Texte zu prüfen und zu bearbeiten. Ellen Lotichius, bis zu Ihrer Pensionierung als Sekretärin tätig, verabredet sich mit den Schülern Jan und Lukas, um den englischen Text für die Homepage abzuschließen und für die Veröffentlichung freizugeben. Ursula Lindemann, eine ehemalige Lehrerin, verabredet sich mit Lisa und Tugce, um den Film mit dem Interview einer über neunzigjährigen Zeitzeugin anzuschauen und in kleine Sequenzen aufzuteilen. Zur nächsten Sitzung in einem Monat soll alles fertig sein.

Seit März 2000 arbeiten Senioren und Schüler in diesem Projekt zusammen. Angefangen hat es damit, dass Ute Ising, ehem. Akademieleiterin im „Haus im Park“, und Manfred Schulz, ehem. Lehrer am Gymnasium Lohbrügge, auf die Idee kamen, Senioren und Schüler in diesem Projekt zusammen zu bringen. Seit 2010 ist die neue Partnerschule die Gesamtschule Bergedorf–Stadtteilschule mit den Lehrerinnen Antje Böker und Patricia Reimers. Das Projekt ist nun Bestandteil der neuen Profilklasse „Kollektives Gedächtnis“.

Die Schüler suchen sich ihre Interviewpartner selbst oder lassen sich Zeitzeugen durch die Senioren in der Redaktion vermitteln. Persönliche Erlebnisse, Erfahrungen und emotionale Eindrücke werden weitergegeben, von den Schülern aufgezeichnet und als Texte im Internet veröffentlicht. Ergänzt werden die Texte durch Bilder, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, Tondokumente und auch Filmmaterial.

Inzwischen sind viele Texte entstanden. Damit bleiben Zeitzeugenberichte als „Nachschlagewerk“ erhalten, und den Schülern wird Geschichte nicht nur durch Geschichtsbücher vermittelt.
Die Seiten des „Kollektiven Gedächtnisses“ werden ständig aufgesucht und somit besteht ein weit verzweigtes Interesse an erlebter Geschichte.


Ansprechpartner:

GSB / Stadtteilschule Bergedorf

Ladenbeker Weg 13

21033 Hamburg
 

BegegnungsCentrum Haus im Park

 Gräpelweg 8

 21029 Hamburg
 

Patricia Reimers

Antje Böker

Ute Ising

Anja Paehlke