Dieser Eintrag stammt von Anica Gaarz

  Die 50er Jahre – zwischen Freud und Leid

Deutschland Anfang der 50er Jahre:

ausgebombt, zerstört, die Bevölkerung am Ende ihrer Kräfte. Hinzu kam, dass viele Familien ihre Väter, Großväter, Söhne oder Ehemänner im Krieg verloren hatten.

Doch um die eigene Familie am Leben zu erhalten, musste man arbeiten gehen. Wenn es keine Männer gab, dann mussten eben die Frauen Schwerstarbeit leisten. Arbeit war in dieser Zeit sowieso genug vorhanden. Es musste aufgeräumt werden, das heißt, der Schutt musste von den Straßen, Häuser mussten zumindest provisorisch wieder aufgebaut werden. In Deutschland herrschte fast Vollbeschäftigung!

Durch „eiserne Disziplin“, Fleiß und Durchhaltevermögen schafften die Deutschen den wirtschaftlichen Aufschwung. Das westdeutsche Wirtschaftswunder begann.
Doch nicht nur der Wille der Deutschen trug zum westdeutschen Wirtschaftswunder bei, maßgeblich waren ebenfalls die fehlenden Militärausgaben, sowie die Unterstützung der USA.

Dank Ludwig Erhards Idee der sozialen Marktwirtschaft konnten sich Betriebe mit Hilfe des Sozialstaates halten, bzw. sie konnten aufgebaut werden. 
Westdeutschland blühte auf. Die Menschen konnten sich neue Kleidung kaufen und lebten nicht länger nur von genau abgezählten Lebensmittelrationen. Autos rollten auf den Straßen, die Menschen lachten und aßen!
Die Bevölkerung lebte trotz allem jedoch sehr „in sich gekehrt“, denn die Familie, der Wohlstand und der persönliche Aufstieg bei der Arbeit standen an erster Stelle. Es herrschte eine „spießige Öde“, die von Erich Kästner als „Motorisiertes Biedermeier“ charakterisiert wurde.

In Ostdeutschland hingegen sah es nicht so rosig aus. Eine wirkliche Demokratie gab es dort nicht. Zwar wurden die Abgeordneten der Volkskammer (nach einer Einheitsliste) gewählt, eine oppositionelle Partei jedoch war nicht zugelassen.
Die offizielle Macht in Ostdeutschland hatte Otto Grotewohl, die eigentliche Macht jedoch lag in den Händen des SED – Politbüros mit dessen Generalsekretär Walter Ulbricht.
Die SED hatte jegliche Kontrolle über die anderen Parteien, sowie den Staat. Bis 1952 verloren alle „Blockparteien“ (SPD, KPD, FDGB, FDJ) ihre Eigenständigkeit und standen unter ständiger Beobachtung der SED. 

Wichtigstes innenpolitisches Organ der Partei wurde das 1950 gebildete Ministerium für Staatssicherheit (Stasi), welches mit Hilfe eines ausgedehnten Spitzelnetzes die innere Sicherheit der DDR gewährleistete. Die Auswirkungen der Stasi und die Reichweite ihrer Spitzel waren nahezu unbegrenzt.

Wirtschaftlich wurde die DDR in die Planwirtschaft des restlichen Ostblocks integriert, wobei die Schwerindustrie vor allem auf Kosten der Lebensmittelversorgung ging, die sich dadurch drastisch verschlechterte. Als im Mai 1953 die Arbeitsleistungen für Industrie und Bauwesen nochmals erhöht werden sollten, reagierten die Arbeiter mit spontanen Arbeitsniederlegungen und Protestmärschen. Bei diesen forderten sie außerdem freie Wahlen und die „nationale Einheit“. Panzer der „Roten Armee“ rollten auf und schlugen diesen Aufstand am 17.Juni 1953 in Berlin blutig nieder! Daraufhin stand fest: „Von innen war das System nicht zu verändern!“

Hunderttausende flohen in den nächsten Jahren in die Bundesrepublik Deutschland um dort „ein besseres Leben neu zu beginnen“.

siehe auch Erläuterungen zu diesem Text