Dieser Eintrag stammt von Lasse Roeder

 
Erläuterungen zum Text: "Währungsreform"

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Die Währungsreform 1948

Trotz der durchgreifender Maßnahmen wuchs der Druck auf die Besatzungsmächte durch die Weltöffentlichkeit. 
Daher wurde am 20.6.1948 die seit langem geforderte Währungsreform in den drei Westzonen durchgeführt. 

Seit der Beendigung des Krieges kursierten Gerüchte über westalliierte Vorhaben, eine Währungsreform durchzuführen. Einige Wochen vor der Bekanntmachung wurden deutsche Währungsexperten zu geheimen Gesprächen auf einen Alliierten Flughafen in Rothwesten bei Frankfurt gerufen um der neuen Währung den letzten Feinschliff zu geben. 
Erst vier Tage vor der Reform wurde das Vorhaben der Alliierten offiziell bestätigt. 
Das führte unter der Bevölkerung zum Teil zu wahren Angstzuständen. Verkäufer begannen Waren zu horten, um sie für wahres Geld verkaufen zu können. Wohlhabende versuchten ihr Erspartes um jeden Preis loszuwerden und es mit irgendeiner Ware einzutauschen. 
Die Schwarzmarktpreise stiegen deshalb in den letzten Tagen vor der Reform ins Unermessliche. Zudem sprach sich unter der Bevölkerung das Gerücht herum, die Reichsmarkmünzen behielten ihren Wert, was zu einem regelrechten Horten von Waren und Münzen führte.

Vom Kriegsende bis zur Währungsreform waren Geldscheine im Umlauf, die schon 1944 in den USA gedruckt worden waren, als die Niederlage Deutschlands abzusehen war. 
Diese waren in allen Besatzungszonen gültig. Nur die Scheine in der sowjetisch besetzten Zone unterschieden sich von den anderen dadurch, dass bei ihnen das Englische "F" fehlte. Es stand für die amerikanische Druckerei "Forbes", die die Geldscheine gedruckt hatte. 

Vom Kriegsende bis zur Währungsreform waren Geldscheine im Umlauf, die schon 1944 in den USA gedruckt worden waren, als die Niederlage Deutschlands abzusehen war. 
Diese waren in allen Besatzungszonen gültig. Nur die Scheine in der sowjetisch besetzten Zone unterschieden sich von den anderen dadurch, dass bei ihnen das Englische "F" fehlte. Es stand für die amerikanische Druckerei "Forbes", die die Geldscheine gedruckt hatte. 

Am Sonntag, den 20. Juni 1948 wurde dann die bis Reichsmark durch die Deutsche Mark als offizielles Zahlungsmittel abgelöst. Dabei sollten 100 Pfennige einer DM entsprechen. 
Die ersten DM-Scheine hatten noch nicht einmal den Namen der Zentralbank aufgedruckt, weil das Papiergeld in den USA gedruckte wurde, bevor feststand ob die Westmächte die Währungsreform gemeinsam durchführen würden.

Jeder Deutsche bekam seine ersten 40 DM als „Kopfquote“ im Verhältnis 1:1 eingetauscht und bald darauf kommen rund 10 Milliarden Deutsche Mark in den Umlauf. 
Weitere 20 DM konnte jeder Deutsche einige Wochen später ebenfalls im Verhältnis 1:1 eintauschen. 
Zudem wurde im „Gesetz über die Neuordnung des deutschen Geldwesens“ festgelegt, dass das sich im Umlauf befindliche Bargeld in einem Verhältnis von 100:5 und das Geld auf Sparbüchern 10:1 in DM umgetauscht werden würde. 

Die Folgen der Währungsreform

Die Folgen der Währungsreform für das alltägliche Leben der deutschen Bevölkerung waren bereits einen Tag nach der Ausgabe der ersten Kopfquote für jedermann sichtbar. Während eines Tages füllten sich die Geschäfte wie durch Zauberhand mit Waren. 
Verkäufer hatten schon Wochen vorher auf eine Währungsreform spekuliert und Waren gehortet in der Hoffnung, sie später gegen "richtiges" Geld verkaufen zu können.
Parallel zum gesellschaftlichen Aufschwung verkündete Ludwig Erhard (damals Direktor der Wirtschaftsverwaltung der deutschen Bizone) ohne Absprache mit den Besatzungsmächten die Aufhebung der Rationierungen von über 400 Gütern. 
Trotz dieses für sie empörenden Vorgehens genehmigten die Besatzungsmächte die Maßnahmen einige Tage später.

Die Bevölkerung war ein solch großes Angebot seit Jahrezehnten nicht mehr gewöhnt. Schaufenster waren gefüllt mit Lebensmitteln, es gab wieder Konkurrenzkampf und man konnte Vieles wieder mit Geld und ohne Lebensmittelkarten erstehen. Viele Menschen standen dem plötzlichen Geldwert deshalb anfänglich noch mit Misstrauen gegenüber.
Wenige Tage später jedoch stieg das Vertrauen in die neue Währung, und es brach zum Teil ein wahrer Konsumrausch aus. Die Reform wurde als wahrer Wiederanfang und als Ende der Nachkriegsjahre betrachtet. 

Die Menschen suchten wieder Arbeit, der Schwarzmarkt und die Hamsterfahrten verschwanden schnell von der Bildfläche und zum ersten Mal nach Kriegsende war von der Bevölkerung ein echter Aufschwung zu spüren.
Diese Reaktion führte zu einem steilen Angebotsanstieg, wodurch wiederum Konkurrenzkampf entstand und die Preise sanken. 
Unterhaltungsstätten wie Theater, Kinos oder Varietes, die nach Kriegsende große Umsätze in Deutschland verbuchten, klagten dagegen über Besucherschwund. 
Das Geld wurde nun für Lebensmittel und Kleidung ausgegeben. 
Die Wirtschaft im Allgemeinen erfuhr durch die Währungsreform einen starken Auftrieb. So erholte sich die Nahrungsmittelproduktion, die 1948 im Vergleich zum Ende der 30er Jahre auf 58% gesunken ist, dank der Währungsreform innerhalb nur eines Jahres auf 79% von der Ausgangsproduktion. 

Dies lag auch daran, dass die Westmächte parallel zur Währungsreform ihre Planwirtschaft großenteils aufgaben und viele Einschränkungen und Auflagen abschafften. Dank verantwortlichen Handelns der Banken und einer guten Vorbereitung durch die Westmächte entstand somit eine stabile, überall anerkannte Währung. 

Der Auszug aus einem Sparbuch aus der Zeit von Juni bis Dezember 1948 verdeutlicht die Folgen, die die Währungsreform für Erspartes haben konnte. 

In diesem Beispiel wurden aus Anfangs 2000 RM am Ende 200 DM. Die Einlage von 
100 DM wurde ein weiteres Mal durch die Militärverwaltung im Dezember 1948 um 80% gekürzt. Durch die Währungsreform und die Militärgesetze wären somit aus den 2000 RM nur 40 DM geworden.