Dieser Eintrag stammt von Maimuna Gueye (*1992)

Das Ende des 2. Weltkrieges
Interview mit Maria Rademacher

Meine Oma Maria Rademacher wurde 1930 in Bremen geboren. Zu Beginn des 2. Weltkrieges war sie neun Jahre alt.
Als die Bombenangriffe immer schlimmer wurden und sie etwa 11 Jahre alt war, fuhren alle Schüler ihrer Schule für acht Monate nach Karlshafen an der Weser zur Kinderlandverschickung (KLV). Dort wohnten sie und gingen zur Schule, ohne allzu viel von dem Krieg mitzubekommen.
“Jeden Morgen mussten wir uns versammeln und Lieder aus dem NS-Liedgut singen, das fand ich schrecklich! Das Gute war, dass ich nicht besonders viel Heimweh hatte, da meine ältere Schwester auch auf meiner Schule war.”

Nach der Rückkehr nach Hause und ein paar Monaten dort, fuhr sie für ein paar weitere Monate zu einem befreundeten Ehepaar aufs Land.
Das Ende des Krieges bekam sie durch das Radio, die Nachbarn und den Einmarsch der britischen Truppen am 27.04.1945 mit.


“Was hast du gedacht, als du gemerkt hast, dass der Krieg vorbei war?”
“Das Schönste und Wichtigste für mich war, dass der Bombenalarm vorbei war und wir uns nicht mehr im Keller oder Bunker verstecken mussten. Einmal zum Beispiel war ich bei meiner Tante und es gab wieder Alarm. Wir mussten uns wie immer in den Keller kauern und es hat fürchterlich geknallt und die Wände haben gewackelt. Als wir wieder hoch gekommen sind, war ein großes Loch in der Wohnzimmerdecke. Auf dem Weg nach Hause bin ich ganz schnell gerannt und habe am ganzen Körper gezittert. Ich war froh, dass das vorbei war.”


“Was hat sich nach dem Krieg verändert?”
“Ich weiß nur, dass sich die Möbel- und Klamottenmode in den 50-er Jahren änderte.”