Dieser Eintrag stammt von Sabrina Kuhlmann

Meine Kindheit, als 10 Jährige während des 2. Weltkrieges

(aus einem Bericht von Frau Becker)

Die Großstädte waren von Fliegerangriffen gefährdet, und wir Kinder wurden in ländliche Gegenden verschickt. Einige Familien boten sich an, Kinder aufzunehmen. 

1940, da war ich gerade 10 Jahre alt, meldete ich mich freiwillig zur Kinderlandverschickung, obwohl ich große Angst vor der Trennung von meinen Eltern hatte. Ein Trost war aber das Abschiedsgeschenk von der Schule: Kästen mit Holzbuntstiften. Das hätten sich meine Eltern niemals leisten können. Ein Sammeltransport brachte uns Kinder nach Sachsen. In Zwickau wurden wir von unseren "Pflegeeltern" in Empfang genommen. 

Ich hatte sehr viel Glück, denn ich kam mit einem anderen Hamburger Mädchen zu älteren, reichen Leuten und wohnte in einer großen Villa. Es gab dort Dienstpersonal von der Köchin bis zum Gärtner. Wir hatten alles zum Essen und bekamen neue Sachen zum Anziehen. Ich besuchte die Dorfschule und mein Vater holte mich nach einem Jahr wieder nach Hause, damit ich in Hamburg das Gymnasium besuchen konnte. Bei meinen Pflegeeltern bekam ich nichts von dem Naziregime zu spüren, im Gegenteil. Ich hatte eine wunderschöne Zeit dort, außer dass ich natürlich meine Familie in Hamburg schrecklich vermisst habe.